Stipendienprogramm

Hintergrund und Förderziele

Für Autorinnen und Autoren sind während der Corona-Pandemie wichtige Vermittlungs- und Kommunikationsorte weggebrochen. Es fanden keine Präsenzlesungen statt, was mit einem deutlichen Einkommensverlust verbunden war. Buchmessen und andere Branchenveranstaltungen entfielen, so dass keine neuen Projekte angebahnt werden konnten. Verlage mussten teilweise ihre Programme verschieben bzw. verkleinern, andere Medien haben ihre Berichterstattung stark reduziert, weil ihnen Werbeeinnahmen weggebrochen sind.

Ein Stipendium in Höhe von insgesamt EUR 5.000,- pro Person für eine Stipendiendauer von vier Monaten soll Autorinnen und Autoren dabei unterstützen, ihre kulturell bedeutende Arbeit trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie fortzusetzen. Gleichzeitig soll dadurch ermöglicht werden, dass Autorinnen und Autoren, soweit sie neue Werke schaffen, zusätzliche Urheberrechte erwerben.
Es soll sie in diesem Zusammenhang auch befähigen, auf die mit der Pandemie einhergehende rasante Digitalisierung aller Arbeitsbereiche zu reagieren und sich dem veränderten Umfeld kreativen Schaffens anzupassen.

Das Programm ist Teil des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) initiierten Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR, das die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich mildern, den Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland unterstützen und die Weichen für die Zukunft stellen will. Die Fördermittel stammen ausschließlich aus dem Haushalt der BKM. Insgesamt stellt diese für das Stipendienprogramm der VG WORT 15 Millionen Euro zur Verfügung. Aus diesem Grund hat die BKM auch die Bedingungen für die Antragsberechtigung maßgeblich bestimmt.

Antragsberechtigung und Voraussetzungen

Das Stipendienprogramm richtet sich an freiberufliche, professionell tätige sowie arbeitnehmerähnliche Autorinnen und Autoren nach § 12a TVG, die Wahrnehmungsberechtigte der Berufsgruppe 1 und/oder (mit Einschränkungen) der Berufsgruppe 2 der VG WORT sind. Journalistische Projekte sind nur förderfähig, wenn es sich um Recherche- oder Veröffentlichungsprojekte im Bereich Feuilleton / Kultur handelt. Antragsberechtigt sind grundsätzlich Autorinnen und Autoren, die einen Wahrnehmungsvertrag mit der VG WORT abgeschlossen haben.

Ferner sind Autorinnen und Autoren antragsberechtigt, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben, jedoch einer ausländischen Verwertungsgesellschaft angehören, mit der die VG WORT eine Repräsentationsvereinbarung abgeschlossen hat.
Der oder die Antragsteller/in darf im Jahr 2020 maximal ein einkommensteuerpflichtiges Einkommen in Höhe von EUR 60.000,- erzielt haben, unabhängig von der Einkommensart.

Anträge auf Förderung können ausschließlich im Online-Antragsportal der VG WORT gestellt werden. Einzureichen sind ein Lebenslauf mit Angaben zur Ausbildung und zum schriftstellerischen oder journalistischen Werdegang (Textfeld im Portal, maximal 1.200 Zeichen inkl. Leerzeichen) sowie eine Beschreibung des Entwicklungs- oder Veröffentlichungsprojekts, das im Rahmen des Stipendiums und mit Mitteln des Stipendiums verwirklicht werden soll (Textfeld im Portal, maximal 2.000 Zeichen inkl. Leerzeichen).

Der Nachweis der Freiberuflichkeit erfolgt grundsätzlich über die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse, vorzugsweise mit der aktuellen Jahresabrechnung. Arbeitnehmerähnliche Autorinnen und Autoren können den Nachweis anderweitig erbringen (wird im Bereich „Nachweise“ in den FAQs spezifiziert).

Der Nachweis, dass Sie unter der Einkommensobergrenze von EUR 60.000,- liegen, erfolgt grundsätzlich bei Antragstellung durch Vorlage des Einkommensteuerbescheids des Jahres 2020. Die Unterschreitung der Einkommensobergrenze wird unwiderleglich vermutet, wenn sie ebenfalls im Jahr 2019 eingehalten wurde und bei Antragsstellung nachgewiesen wird. Der Nachweis kann auch durch die Vorlage der von einem Steuerberater erstellten Einkommenssteuererklärung der Jahre 2020 oder 2019 erfolgen. Hilfsweise kann versichert werden, dass die Einkommensobergrenze in 2020 bei Antragstellung nicht überschritten wurde. In diesem Fall muss der Einkommensteuerbescheid 2020 nachgereicht werden.

Der oder die Antragsteller/in versichert, innerhalb des viermonatigen Förderzeitraums kein anderes Stipendium des Bundes, eines Landes oder einer Kommune in Anspruch zu nehmen.

Der oder die Antragsteller/in muss über ein eigenes Girokonto mit einer IBAN-Nummer und über eine eigene E-Mail-Adresse verfügen.

Der oder die Antragsteller/in muss in die Erklärung zur Datenverarbeitung und Datenverwendung einwilligen.

Nicht antragsberechtigt sind die Jury-Mitglieder des vorliegenden Programms.

Gegenstand der Förderung

Förderfähig sind:

  • Veröffentlichungsprojekte
  • Rechercheprojekte für künftige Veröffentlichungen
  • Entwicklungs- und Veröffentlichungsprojekte in Online-Formaten, interaktiven Projekten, Online-Kooperationen

Die Stipendien dürfen nicht zur Umsetzung oder Unterstützung von Projekten Dritter sowie für Projekte, die eine andere Förderung erhalten (haben), eingesetzt werden.

Die Stipendiendauer beträgt vier Monate, voraussichtlich von Oktober 2021 bis Januar 2022. Das Stipendium beginnt mit dem Zugang des von der VG WORT gegengezeichneten Fördervertrags bei dem oder der Stipendiat/in. Innerhalb des Förderzeitraums darf kein anderes Stipendium des Bundes, des Landes oder einer Kommune für das geförderte Vorhaben in Anspruch genommen werden. Eine Doppelförderung ist ausnahmsweise bei Stipendien privater Förderer möglich oder wenn die Fördersumme in einem anderen Stipendienprogramm weniger als 50 % der monatlichen Fördersumme des Stipendiums aus NEUSTART KULTUR beträgt, das heißt weniger als EUR 625,- pro Monat.

Die Stipendien dienen anderen Zwecken als der Sicherung des Lebensunterhalts. Sie sind deshalb nicht unmittelbar als Einkommen (eigener Art neben dem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit) in der Grundsicherung für Arbeitssuchende (ALG II) zu berücksichtigen.

Förderinhalt

Das Stipendienprogramm umfasst Stipendien in Höhe von EUR 5.000,- pro Person für eine Stipendiendauer von vier Monaten. Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen, wobei die erste Tranche EUR 4.500,- umfasst. Die zweite Tranche in Höhe von EUR 500,- wird nach rechtzeitigem Eingang und positiver Prüfung des Sachberichts am Ende der Stipendienzeit ausgezahlt.

Vergabeverfahren

Mit der Registrierung erstellt sich die oder der Antragsteller/in persönliche Zugangsdaten, die er/sie durch einen von uns zugesendeten Aktivierungscode bestätigen muss. Nur mit diesen kann die/der Antragsteller/in ab dem 27. August 2021 den Antrag stellen.
Der Log-in mit den T.O.M. Zugangsdaten ist nicht möglich. Das Online-Portal wird am 13. August 2021, 10 Uhr, für die Registrierung geöffnet. Die Reihenfolge bei der Registrierung hat keine Auswirkung auf die Chancen, ein Stipendium zu erhalten.

Ab dem 27. August 2021 ist es möglich, im Online-Portal einen Antrag zu stellen. Die Einsendungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet, bis die Fördermittel ausgeschöpft sind.

Die VG WORT wird das Antragsportal schließen, sobald absehbar ist, dass weitere Anträge nicht gefördert werden können.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf ein Stipendium. Die Entscheidung trifft – bei Vorliegen der formalen Voraussetzungen ­­– eine unabhängige Jury.

Antragssteller/innen, die einen vorläufigen positiven Bescheid erhalten (voraussichtlich im Oktober 2021), müssen innerhalb von zwei Wochen den Fördervertrag unterzeichnet zurücksenden (an: VG WORT, Köthener Str. 44, 10963 Berlin). Der Vertragstext wird zu diesem Zweck im Antragsportal freigeschaltet und muss in doppelter Ausfertigung ausgedruckt werden. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sind verpflichtet, innerhalb des im Fördervertrag angegebenen Zeitraums (vier Wochen vor Ende des Förderzeitraums) einen Sachbericht über die Durchführung des Projekts elektronisch einzureichen (mindestens 1.000 Zeichen und maximal 5.000 Zeichen).

Allgemeine Bestimmungen

Unrichtige Angaben bzw. unrichtige Nachweise bei Antragsstellung und/oder eine Verletzung der im Fördervertrag festgelegten Pflichten können zur Rückforderung der Stipendiengelder führen.

Nicht fristgerecht oder unvollständig eingereichte Anträge werden nicht berücksichtigt. Jeder formal korrekt eingereichte Förderantrag wird von einer Jury begutachtet. Die Entscheidung der Jury wird den Antragsteller/innen ohne Angabe von Gründen für die Bewilligung oder Ablehnung des Antrags mitgeteilt.

Die Stipendien werden als einmalige, nicht rückzahlbare Zuwendung analog der §§ 23, 44 der Bundeshaushaltsordnung einschließlich der hierzu erlassenen Verwaltungsvorschriften im Wege eines privatrechtlichen Fördervertrages gewährt. Für die ggf. erforderliche Aufhebung und die Rückforderung der gewährten Förderung gelten analog die §§ 48 bis 49a des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG).

Inkrafttreten

Diese Fördergrundsätze gelten ab Veröffentlichung und bis zum Programmende am 30. Juni 2022.

Für weitere Informationen siehe FAQ.